Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
linksjugend [‘solid] unterstützt die Kampagne „Frist ist Frust“ und der Bundesverband macht öffentlichkeitswirksam darauf aufmerksam.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Der Feminismus ist, nicht geringer als die politische Linke selber, in einer schwierigen Situation. Zwar wird die Problematik der Frauenunterdrückung nicht zwingend geringer wahrgenommen als noch vor 15 Jahren; jedoch wird der Feminismus hauptsächlich in einem urbanen Akademiker*innenmilieu positiv konnotiert und verfehlt damit den Zugang zu Frauen, die besonders stark an patriarchalen Strukturen leiden.
Mitschuldig an dieser Entwicklung ist u.a. der poststrukturalistische Feminismus. Sein ausgrenzender Charakter der auch von vielen Linken kritiklos angenommen und praktiziert wird, sorgt dafür, dass auch in linken Kreisen nur wenige Frauen Teil des sozialistischen Diskurses sind.
Dieser Antrag verfolgt das Ziel, mehr junge Frauen aus allen Teilen der Arbeiter*innenklasse anzusprechen. Ein Feminismus auf materialistischer Grundlage, welcher sich selbst als mit dem Klassenkampf untrennbar verwoben sieht, greift die patriarchalischen Verhältnisse in ihrer Gänze an und versucht diese schließlich zu überwinden. Dadurch ist es möglich, die Lebensverhältnisse aller jungen Frauen der Arbeiter*innenklasse abzubilden um ihnen deutlich zu machen, dass feministische Kämpfe auch ihre Kämpfe sind. Eine Neuausrichtung des Feminismus, der nicht von liberalen Denkstrukturen übernommen und vermarktet werden kann, ist auch für uns als linksjugend [’solid] notwendig um unsere Ziele zu erreichen und den Werdegang der Zukunft entscheidend zu lenken. Ein Feminismus, der bei H&M auf T-Shirts gedruckt ist, wird die Lebensbedingungen der Verkäufer*innen und Näher*innen nicht verbessern.
Unsere Ziele sind, die Stärkung des Frauenanteils in unseren Strukturen und eine neue Form der feministischen Praxis auf Basis einer umfassenden Kritik an den Nötigungen, die die patriarchalen Verhältnisse insbesondere Frauen antun. Feminismus ist für uns der radikale Gegensatz zu allen patriarchalen Verhältnissen, Feminismus muss daher immer auch eine Kapitalismuskritik leisten.
Dies umfasst drei Punkte:

  1. Eine klare Definition, dass Menschen nicht durch die Sexualität an sich Täter oder Opfer werden, sondern dies erst durch Klassenzugehörigkeit, Geschlecht, Sozialisation und Gesellschaft geschieht. Menschen werden nicht durch das Sein an sich, sondern durch Handlungen von sich und anderen zu Tätern und allein durch Handlungen anderer zu Opfern.
  2. Eine inhaltliche Schwerpunktsetzung für die diesjährige interne politische Bildung. Auf dem SoCa, den Verbandswochenenden und der Winterakademie sollen Workshops, Seminare und Vorträge angeboten werden, die sich mit den unterschiedlichen feministischen Theorien auseinandersetzen, insbesondere mit dem Feminismus auf materialistischer Grundlage mit dem Ziel, eine Strategie und eine feministische Position für unsere künftige politische Arbeit zu entwickeln, die auf dem kommenden Bundeskongress zur Diskussion und Abstimmung gestellt werden soll. Dabei sollen die verschiedenen existierenden feministischen Konflikte unter anderem anhand der feministischen Streitfragen diskutiert werden.
  3. Weil Kommunismus Bewegung ist, kann es nicht DEN feministischen Ansatz mit DEN feministischen Zielen geben. Die Auseinandersetzung mit den kapitalistisch- patriarchalen Verhältnissen muss der Anpassungsgeschwindigkeit des Kapitalismus standhalten.
  4. Insbesondere bei diesem Thema möchten wir auf niedrigschwellige Vermittlungsformen setzen, das heißt beispielsweise Audioformate, einfache Sprache und insgesamt eine Vielfalt an möglichen Zugangsformen.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Die linksjugend [`solid] fordert die Bundesregierung dazu auf, einen Gesetzentwurf zur Abstimmung zu bringen, welcher verschreibungspflichtige Verhütungsmittel und einschlägige  operative Eingriffe (freiwillige Sterilisation) ohne Alters- und Indikationseinschränkung  in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen aufnimmt. Weiterhin soll ein  jährliches pro Kopf Budget bei gesetzlichen Krankenkassen zur Deckung von Kosten, welche  durch nicht verschreibungspflichtige Verhütungsmittel entstehen, eingerichtet werden.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Wir als linksjugend [solid] positionieren uns gegen jede Form der Diskriminierung von Menschen mit jedweder Form von Behinderung. Wir positionieren uns gegen jede Form der Diskriminierung von Menschen die krank sind.
Des Weiteren soll der BSPR zum Thema Menschen mit Behinderung Material herstellen. Es soll vom nächsten BSPR besprochen werden, wie man Menschen mit Behinderung stärker einbinden kann.
Wir als linksjugend stellen uns auch gegen jede Form der Diskriminierung bei uns im Verband.
Wir fordern, dass Menschen in Vollbetreuung zur Wahl zum EU-Parlament am 26.05. mit wählen dürfen.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Die weltweite Kilmakrise spitzt sich weiter zu. Exemplarisch dafür stand die extreme Trockenheit im vergangenen Sommer. Aber auch, wenn es längst für jede*n offensichtlich  seien müsste, dass Handeln dringend geboten ist, tut sich wenig. Exemplarisch dafür steht  der sogenannte Kohlekompromiss der Bundesregierung. Statt einem schnellen Kohleausstieg  und Sicherheit für die Beschäftigten gibt es nun noch einmal Milliarden für die  Profiteure der Klimakrise. Statt Unterstützung für große Konzerne braucht es aber eine  echte Unterstützung für die Menschen, die jetzt noch in der Kohleindustrie arbeiten.
Betriebsbedingte Kündigungen darf es nicht geben. Es braucht Geld für einen  Strukturwandel in den betroffenen Regionen. Kurz: Der Kohleausstieg muss sozial gerecht  sein. Leider geht es in der globalen Wirtschaft nicht gerecht zu. Wettbewerb und  Konkurrenz bestimmen die Wirtschaft und nicht das Wohl von Mensch und Klima. Das  Grundproblem ist, dass unser kapitalistisches Wirtschaftssystem nicht kompatibel ist mit  Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der Hunger nach immer mehr Profit und mehr Wachstum in  einer Welt, von endlichen Ressourcen und einem Klima, das nicht unendlich viele Schadstoffe aufnehmen kann, verträgt sich nicht. Wir müssen uns entscheiden: Klima der  Kapitalismus.
Es wird nicht reichen dem Kapitalismus nur einen grünen Anstrich zu verpassen, wir müssen  unser Wirtschaftssystem grundlegend hinterfragen und Alternativen entwickeln. Alternativen zu der Art und Weise wie wir produzieren, und wie wir konsumieren. Wir  müssen unser Energiesystem neu organisieren und die Mobilität der Zukunft planen. Damit  sich etwas bewegt, müssen wir den Kampf für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz selbst in  die Hand nehmen. Deshalb begrüßen wir die Klimastreiks von Fridays for Future, an denen  sich viele von uns beteiligt haben, und deshalb werden wir uns auch in diesem Jahr erneut  an den Massenaktionen des zivilen Ungehorsams von Ende Gelände beteiligen.
Für das kommende Jahr nehmen wir uns folgendes vor:

  1. Als linksjugend [’solid] rufen wir weiterhin zu den bundesweiten Klimastreiks im
    Rahmen von Fridays for Future auf. Alle Landesverbände und Basisgruppen sind
    aufgerufen sich an den Protesten in ihren Städten und Gemeinden zu beteiligen.
  2. Als linksjugend [’solid] beteiligen wir uns an den diesjährigen Massenaktionen des
    zivilen Ungehorsams vom 19.-24. Juni von Ende Gelände im Rheinland.
  3. Zwecks Mobilisierung zu den Ende-Gelände-Protesten wird der Bundessprecher_innenrat
    in Zusammenarbeit mit dem BAK Umpflügen und weiteren interessierten Genoss_innen
    dazu beauftragt eine Aktions-AG zu gründen.
  4. Die Aktions-AG soll zur Mobilisierung zu Ende Gelände einen Flyer erstellen.
    Weiterhin soll eine Präsentation erstellt werden, damit die Basisgruppen
    eigenständig Veranstaltungen zur Mobilisierung durchführen können.
  5. Der Bundessprecher_innenrat stellt die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Der Bundeskongress der linksjugend [‘solid] solidarisiert sich mit der Seebrücken-Initiative und setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass weitere Städte zu „sicheren Häfen“ werden.“

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Wir treten als Verband gemeinsam für ein sozialistisches Europa ein und kämpfen für eine Welt ohne Grenzen und Ausbeutung. Dabei reicht es nicht nur einige Reformen anzugehen, sondern die Verhältnisse grundlegend zu erschüttern. In diesem Sinne bekräftigen wir unsere europapolitische Position des vergangenen Bundeskongresses.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Die linksjugend [‘solid] stellt sich öffentlichkeitswirksam gegen die von der Europäischen Union geplanten Änderungen an Artikel 11, 12 und 13 der Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union.
Falls das Europäische Parlament die Änderungen, die bereits Ende März abgestimmt werden sollen, bestätigen wird, wirkt die linksjugend [‘solid] auf eine Rücknahme dieser Änderungen hin.
Im Falle der Ablehnung durch das Europäische Parlament beschließt die linksjugend [‘solid], auch weiterhin zukünftige Änderungsversuche an der Europäischen Datenschutzgrundverordnung kritisch zu beobachten.“

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
„And if solutions within the system are so impossible to find, maybe we should change the system itself.“ – Greta Thunberg

In ganz Deutschland und international gehen massenhaft Schüler*innen gegen die anhaltende Zerstörung der Umwelt auf die Straße. Unsere Generation ist mit dem Klimawandel aufgewachsen, im Bewusstsein, dass die Umwelt auf eine Katastrophe zusteuert wenn sich nicht bald etwas verändert. Gleichzeitig nähren sich die heutigen Proteste aus der Erfahrung, dass Politiker*innen über Jahrzehnte viele Worte über die Zerstörung der Umwelt verloren haben und viel Zeit auf internationalen Treffen der Eliten verbracht haben, um schließlich zu geringe Ziele zu beschließen an die sich am Ende sowieso niemand hält.

Als Sozialist*innen wissen wir, dass die Ursache für diese Probleme in der Funktionsweise der kapitalistischen Marktwirtschaft liegen. Über die Produktion internationaler Großkonzerne entscheiden deren Chefetagen – und sie halten sich bei ihren Entscheidungen an die eisernen Gesetze der Profitmacherei. Selbstverständlich begrüßen wir jeden Ansatz, auch innerhalb des Kapitalismus Maßnahmen zum Schutz der Ökologie umzusetzen – so lange sie nicht so umgesetzt werden, dass gleichzeitig soziale Rechte der einfachen Bevölkerung massiv unter Beschuss genommen werden, wie mit der (angeblichen) „Ökosteuer“ in Frankreich. Doch trotzdem sehen wir jeden Tag, wie der Kapitalismus selbst beim Versuch ökologische Produkte zu erzeugen an die Grenzen seiner Möglichkeiten stößt. Sinnbildlich dafür stehen die massiven Risiken für Umwelt und die an der Produktion beteiligten Arbeiter*innen bei der Herstellung von Lithium- Ionen-Batterien für Elektroautos.

Auch wird es am massiven Ausmaß der Umweltzerstörung in unserer Gesellschaft nichts verändern, alle paar Jahre ein etwas weniger umweltschädliches Handy auf den Markt zu bringen. Nötig wären radikale und weitgehende Eingriffe in die globalen Produktionsverhältnisse, und eine demokratische und rationale Umstellung der Produktion entlang der Bedürfnisse von Mensch und Umwelt. Dazu sind unsere heutigen Regierungen weder bereit, noch in der Lage. Denn nicht nur Banken und Konzerne – auch kapitalistische Regierungen sind den Regeln der Konkurrenz auf dem internationalen Markt unterworfen. Denn natürlich könnten sie versuchen die Unternehmen im eigenen Land zur ökologischen Konversion zu zwingen – doch so lange es den Profiten der „eigenen“ Banken und Konzerne schadet, werden sie zu diesem Schritt nicht bereit sein.

Anders als alle anderen Parteien in Deutschland müssen wir auf diese Probleme deshalb Antworten geben die genauso konkret sind wie sozialistisch. Wir müssen im hier und jetzt Bewegungen vorantreiben und dürfen nicht damit zögern Vorschläge zu machen, wie diese
Bewegungen gewonnen werden können. Gleichzeitig müssen wir erklären, dass ein wirkliches Ende der Umweltzerstörung und eine Produktion und Politik, die die Folgen der Umweltzerstörung sozial gerecht und im Sinne der lohnabhängigen Bevölkerung konfrontiert, nur mit einer Überwindung des kapitalistischen Systems zu erreichen ist. Deshalb kämpfen wir für alle Reformen, die hier und heute gewonnen werden müssen, wie ein sofortiger Ausstieg aus Atomstromerzeugung und Braunkohlestrom. Gleichzeitig können wir den Kampf um ein Ende der Umweltzerstörung nur gegen die herrschende Klasse gewinnen.

Die Krise der Umwelt ist gleichzeitig eine soziale Krise. Wer auf dieser Welt ist gezwungen, auf Müllbergen zu leben? Welche Kinder leben in Stadtteilen, in denen schlechte Luftqualität und Schimmel die Raten von Atemwegserkrankungen in die Höhe steigen lassen? Wer kann es sich nach einem Sturm nicht leisten, sein Haus oder seine Garage wieder zu reparieren? Sicherlich nicht diejenigen, die das Geld haben zu entscheiden wo und unter welchen Umständen sie gerne leben wollen.

Ob soziale und ökologische Verbesserungen durchgesetzt werden können, das bleibt in dieser Gesellschaft eine Machtfrage. Wie stark ist die Bewegung, die solche Veränderungen einfordert? Um eine schlagkräftige Bewegung aufzubauen, die wirklich etwas an den Grundfesten dieser Gesellschaft verändern kann, müssen wir in Deutschland und international für größtmögliche Solidarität und ein hohes Maß der Organisierung unter den lohnabhängigen Menschen eintreten. Solidarität ist nur dann möglich, wenn wir gemeinsame Ziele verfolgen und gemeinsame Forderungen formulieren. Umweltschutz geht deshalb nur sozial gerecht – jeden sozialen Angriff, wie Jobverluste als Teil eines „ökologischen“
Umbaus müssen wir kollektiv bekämpfen, denn nur so können die betroffenen Beschäftigten Vertrauen zu unseren Protesten aufbauen und sich auf unsere Seite stellen. Dazu ist es auch möglich, als Azubi oder Beschäftigte*r in der Gewerkschaft Arbeitskreise zu ökologischer Konversion mit aufzubauen oder entsprechende Forderungen in Lohnkämpfen aufzunehmen. Außerdem müssen wir in jedem Kampf durch konkrete Forderungen eine antikapitalistische Perspektive eröffnen. Dazu gehören unter anderem die entschädigungslose Enteignung der großen Energiekonzerne unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bevölkerung. Solche Maßnahmen weisen den richtigen Weg hin zu einer wirklich demokratischen Verwaltung von Produktion und Gesellschaft und sind als solche das Herzstück jedes antikapitalistischen Programms.

Wir beschließen deshalb 1. den folgenden Forderungskatalog:

2. den folgenden Flyer, der bundesweit gedruckt und verschickt werden soll: System Change NOT Climate Change! Retten wir unsere Umwelt vor dem Kapitalismus! Wir freuen uns, dass in ganz Deutschland und anderen Teilen der Welt tausende Schüler*innen auf die Straße gehen, um für die Rettung unserer Umwelt zu streiken. Unsere Generation ist mit dem Klimawandel aufgewachsen. Von klein auf haben wir gelernt, dass unser Klima auf eine Katastrophe zusteuert, wenn sich nicht bald etwas ändert. Gleichzeitig lesen und hören wir schon seit wir denken können von Abkommen und Verträgen, die von mächtigen Politikern und anderen einflussreichen Menschen auf internationalen Klimakonferenzen geschlossen werden. Immer wieder wird über neue CO2-Ziele gesprochen, über den Kohle- und Atomausstieg und andere ökologische Reformen. Aber wir brauchen keine Zahlen um zu wissen, dass diese millimeterkleinen Schritte nicht ausreichen, um die schwere Umweltzerstörung zu stoppen, die tagtäglich stattfindet. Doch warum werden keine radikaleren Schritte ergriffen, um unsere Umwelt zu retten?

 Vier Beispiele:
1. Stromgewinnung: Heute gibt es umweltfreundlichere Technologien zur Stromgewinnung und wichtige Technologien, die noch entwickelt werden, wie z.B. Windkraft etc.. Profitabler ist für große Konzerne aber nach wie vor der Kohlestrom – und aus diesem Grund setzen die großen Energiekonzern auch weiter auf diese Form der Energiegewinnung. Solang dies der Fall ist, werden sie sich auch nicht freiwillig und frühzeitig von dieser verabschieden. Auch die Forschung im Bereich alternativer Stromgewinnung wird verzögert: Jedes Land und jeder Konzern forscht für sich. Konzerne und Nationen stehen in Konkurrenz zueinander und sind davon abhängig, den größten Profit zu erzeugen. Wichtige Forschungsergebnisse werden für sich behalten, anstatt diese auszutauschen und miteinander zusammenzuarbeiten. (oder auch: Wichtige Forschungsergebnisse werden unterschlagen und nicht dem Austausch sowie der Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen.)

2. Konsumverhalten: Selbst wenn einzelne Menschen ihr Konsumverhalten ändern, heißt das nicht, dass automatisch umweltfreundlicher produziert wird. Beispielsweise steigen einige Menschen auf Elektroautos um. Jedoch ist die Produktion und Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus massiv umweltschädlich und findet unter schlimmsten Arbeitsbedingungen in verarmten Regionen der Welt statt. Auch sind einige Güter in einer digitalisierten Gesellschaft unverzichtbar, z.B.Telefone, Akkus – wie betreibt man beispielsweise ein Krankenhaus, ohne technische Geräte? Aber auf die Produktionsweise dieser Güter haben wir als Verbraucher*innen keinen Einfluss. Konzerne betreiben zudem Down- anstatt Recycling und bauen Sollbruchstellenein, um die Haltbarkeit zu reduzieren und um uns zu zwingen, mehr
zu konsumieren.

3. Geld: Selbst, wenn einige Menschen ökologischer konsumieren wollen, können viele von uns sich einen solchen Lebensstil überhaupt nicht leisten. Biologischer Anbau oder Fairtrade-Produkte sind im Hartz-IV- Regelsatz und im Mindestlohn nicht vorgesehen. Das gilt besonders für noch ärmere Regionen der Welt. In großen Teilen Lateinamerikas haben Nestlé und Coca Cola fast die gesamte Wasserversorgung privatisiert.

4. Überproduktion: Um den höchsten Profit einzustreichen, produziert jedes Unternehmen mehr, als sie verkaufen können. Ein großer Teil kann deshalb auch gar nicht verkauft werden und landet in der Mülltonne. Dies verschwendet Tonnen an Ressourcen und Stunden an
Arbeitskraft. Allein unser Konsumverhalten zurückzustellen, wird die Produktion also nicht verändern.

Money makes the world go round
All diese Probleme haben die gleiche Ursache. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, in dem Großkonzerne und Banken nicht für das Wohl von uns Allen, sondern für ihren Profit produzieren und investieren. Wenn es günstiger ist, Lebensmittel in Deutschland anzubauen und in China zu verpacken, nur um sie zu uns zurückzuschicken, dann wird das getan. Wenn eine umweltschädliche Produktionsweise in einem Land verboten wird, finden multinationale Großkonzerne ein anderes, wo sie erlaubt ist. So befinden sich die verschiedenen Länder in Sachen Umweltstandards im ständigen „Wettbewerb nach unten“. Das ist nur ein Beispiel von Tausenden, warum auch das bestgemeinte Gesetz in diesem System auf Grenzen stoßen wird. Der Kern des Problems liegt nicht in einer falschen Gesetzgebung, sondern in einem falschen System. Dieses Problem in kleinen Schritten zu bekämpfen, ist wie beim Unkrautjäten nur einzelne Blätter anzuzupfen: Solange die Wurzel weiterwächst, werden auch die Probleme mit dem Unkraut wiederkommen.

Umweltzerstörung beenden – für Sozialismus kämpfen!
„And if solutions within the system are so impossible to find, maybe we should change the system itself.“  – Greta Thunberg

Deutschland und andere westliche Länder brüsten sich als frei und demokratisch. Aber wie frei sind wir, wenn wir im wichtigsten Teil des öffentlichen Lebens, nämlich der Wirtschaft, keine Mitbestimmung haben? Wenn wir zusehen müssen, wie die Entscheidungen von Politikern und Konzernchefs unsere Lebensgrundlage ruinieren und wir keinen Einfluss darauf haben? Niemand von uns will, dass die Umweltzerstörung weitergeht. Daran ändert sich nichts, wenn die Fragen von Produktion und Energiegewinnung nicht demokratisch gelöst werden.

Die kapitalistische Gesellschaft basiert auf dem privaten Eigentum an Produktionsmitteln. In dieser Gesellschaft wird IMMER zuerst für die Profite einiger weniger produziert werden, und nicht für die Bedürfnisse der einfachen Bevölkerung und Natur. Damit sich das von Grund auf ändert brauchen wir nicht weniger als eine revolutionäre Bewegung, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und den kollektiven Aufbau einer wirklich demokratischen, einer sozialistischen Gesellschaft. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der die einfache Bevölkerung selbstbestimmt und in demokratischen Strukturen entscheidet über alle Belange des gesellschaftlichen Lebens, über ihre Nachbarschaft, Schule,
Politik, Wirtschaft usw. Den Grundstein für eine solche Veränderung legen wir, wenn wir Bewegungen aufbauen, uns in den Nachbarschaften, Schulen und am Arbeitsplatz organisieren und Einfluss gewinnen auf die wichtigsten Fragen unseres Lebens.

Wir fordern:

Drei Vorschläge an die Bewegung:
 Wir haben in der Vergangenheit als linksjugend schon in einigen Orten Schulstreiks, Bündnisse und Demonstrationen mitorganisiert. Dabei haben wir gelernt, dass eine Bewegung vor allem dann stark ist, wenn sie demokratische und gut organisierte Strukturen hat und so viele wie möglich mit in den Kampf zieht. Deshalb haben wir ein paar Vorschläge, die wir gemeinsam mit Euch diskutieren wollen:

  1. Versammlungen und organisierte Gruppen an Schulen könnten helfen, weitere Schüler*innen zu erreichen und unseren Protest auszuweiten.
  2. Wenn wir die Gewerkschaftsjugenden auffordern, unter Auszubildenden und jungen Beschäftigten für unsere Proteste zu mobilisieren, können wir unseren Protest auf breitere Beine stellen.
  3. Eine Bewegung sollte demokratisch aufgebaut sein. Dazu ist es wichtig, dass darin jeder frei seine Meinung sagen kann. Außerdem könnten auf öffentlich eingeladenen Versammlungen unsere Forderungen und nächsten Schritte für die Bewegung diskutiert und beschlossen werden.

Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Der BSPR wird damit beauftragt, jährlich mindestens ein Verbandswochenende bzw. Bak- Wochenende durchzuführen, auf dem Bundesarbeitskreise (BAKs) die Möglichkeit erhalten, sich mindestens einen vollen Tag zu treffen und zu organisieren. Die Fahrt-,  Übernachtungs-, und Versorgungskosten für diese Treffen werden allen anreisenden  Mitgliedern, die sich anmelden, auf Verbandskosten bezahlt. Eines dieser Treffen muss 2-3  Monate vor dem Bundeskongress liegen. Der BSPR sorgt, wenn nötig, für eine gerechte  Verteilung der Plätze an die BAKs.

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