ÖPNV – Kontrolletti, keine Hektik!

Immer wieder versuchen Verkehrsbetriebe die Menschen dazu anzuhalten, überteuerte Ticketpreise für die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu zahlen. Dazu fahren sie entweder hippe Kampagnen, die die Identifizierung mit dem Unternehmen steigern soll, sodass man das Gefühl kriegt, dass man für diese coole Truppe gerne zahlt. (Umso schlechter fühle sich Menschen, die die horrenden Preise einfach nicht zahlen können). Oder sie appellieren an die Gemeinschaftlichkeit: wenn eine*r nicht bleche, würden die anderen drauf zahlen. Das ist Unsinn.Noch nie wurden Ticketpreise erhöht, weil zu viele Menschen ohne Fahrschein gefahren sind. Die meisten Verkehrsbetriebe sind staatlich, es ist also eine politische Entscheidung, ob bzw. wie viel der ÖPNV kosten muss. Schließlich versuchen die Verkehrsbetriebe die Menschen massiv einzuschüchtern, indem sie immer höhere Geldstrafen verhängen und darüber hinaus auch Freiheitsstrafen androhen. So sitzt z.B. ein relevanter Teil der Insass*innen in Berliner Gefängnissen wegen Fahren-ohne-Ticket ein.

Diesem kapitalistischen Normalzustand – dass nämlich Menschen, die sich kein Ticket leisten können oder wollen, in ihrer Mobilität beeinträchtigt werden – versuchen wir, praktische Maßnahmen zur Ermöglichung eines Fahrens ohne Fahrschein entgegenzustellen. Da es gerade nicht danach aussieht, als würde ein flächendeckender kostenloser Nahverkehr eingerichtet oder allen Menschen auf einem anderen Weg ein Grundrecht auf Mobilität zugesichert werden, bleibt es an uns und unserem zivilen Ungehorsam, dieses Recht allen zu ermöglichen. Einfachstes und sehr ergiebiges Mittel: Fahrscheinkontrollen in die Länge ziehen, damit Mitfahrenden ohne Ticket nicht erwischt werden und Kontrollen online zu melden und transparent machen (z.B. über Twitter-Hashtags oder die App Blackdriver).

Unsere Berliner Gruppe [‘cosmonautilus] hat unter dem folgenden Link Infos und Vorschläge gesammelt: http://cosmonautilus.blogsport.de/weilwirdichlieben/

Hier findest du unsere Reaktion auf die Angriffe auf die Kampagne.