Der Bundeskongress 2019 hat beschlossen:
Femizid ist weltweit und auch in Deutschland ein wichtiges Thema. Jeden Tag ermordet ein (Ex)Partner seine Partnerin*. Hierbei handelt es sich nicht nur um sogenannte “Ehrenmorde”, die von Einwanderern begangen würden, sondern patriarchale Machtansprüche sind für diese Morde verantwortlich zu machen und müssen deswegen auf lange Sicht bekämpft werden.  Das genaue Ausmaß von Femiziden, die auch über Gewalt innerhalb einer (Ex-)Partnerschaft hinaus gehen können, ist nicht bekannt, weil die Bundesregierung das Thema als nicht wichtig genug ansieht, um aussagekräftige Statistiken oder Studien in Auftrag zu geben. Dabei ist Gewalt zwischen (ehemaligen) romantischen Partner*innen kein Randphänomen, sondern in das gesellschaftliche Konzept der Familie und der Liebe eingewoben.
Aber warum gerade jetzt? Neben des Rechtsrucks innerhalb westlicher Demokratien, stellen besonders christlich motivierte Bewegungen und ihre politische Repräsentation eine Gefahr für die gesellschaftliche Position von Frauen dar. Wir müssen dieser Entwicklung etwas entgegen setzen und dafür kämpfen, dass Frauenhäuser und Beratungsstellen für Betroffene sexualisierter und häuslicher Gewalt  nicht schlechter, sondern besser ausgestattet sind.
Wir wollen die Bundesregierung dazu bringen, etwas an dem Risiko, für Frauen von ihrem sozialen Umfeld getötet zu werden, zu ändern. Wir verstehen häusliche Gewalt, bis hin zur Tötung, als einen Mechanismus über den bestehende Verhältnisse, in Form ökonomischer und sexueller Macht, innerhalb von Liebesbeziehungen, stabilisiert werden. Daher ist es völlig unangebracht, wenn deutsche Leitmedien von einem Familiendrama sprechen, wenn eine Frau* ermordet wird. So tragen sie zur Verharmlosung dieser geschlechtsspezifischen Morde bei, da der Mord oft mit Eifersucht oder “Fehlverhalten” seitens des Opfers begründet wird. Das können wir so nicht länger hinnehmen!
Frauenmord ist ein strukturelles Problem, kein individuelles:  Es bedingt sich durch die Verdrängung von Frauen in den privaten Raum. So vom öffentlichen Diskurs verdrängt, lässt sich der Mord an Frauen* auch als „Beziehungsdrama“ marginalisieren.
Wir fordern:

Wir schließen uns daher den Forderungen der Frauen*häuser und Beratungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt und ihrer Unterstützungspersonen an:

Um das zu erreichen werden wir:

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