BG Hannover & LV Niedersachsen

 

Einleitung:
Das Wort „radikal“ bedeutet den Wurzeln des Problems auf den Grund zu gehen. In diesem Sinne haben wir versucht einen schonungslosen Blick auf unseren gemeinsamen Jugendverband zu werfen und herauszufinden, wo unsere grundsätzlichen Probleme liegen. Dabei haben wir uns vor allem auf die Struktur des Verbandes konzentriert, Probleme benannt und versucht Lösungen aufzuzeigen.

  1. Organisation

Mitgliederverwaltung

Ein großes Problem, dass uns davon abhält unser volles Potenzial auszuschöpfen, sind Schwierigkeiten in der Mitgliederverwaltung. Basisgruppen werden nicht über neue Mitglieder in ihrem Umfeld informiert, so dass es nicht möglich ist, auf diese zuzugehen und sie aktiv einzubinden. Sympathisant*innen, die einmal bei einem Treffen waren, können in Mailverteiler aufgenommen werden. Dies kann eine gute Mitgliederverwaltung jedoch höchstens ergänzen und niemals ersetzen. Hier brauchen wir dringend eine Lösung in Form einer zentralen Mitgliederverwaltung, auf die Sprecher*innen oder gewählte Mitgliederbeauftragte Zugriff erhalten. Diese sollte zwischen aktiven und passiven Mitgliedschaften sowie Sympathisant*innen unterschieden.

Mentoring

Der Einstieg in den Verband ist oft schwerer als er sein müsste. Oft würde es schon helfen, wenn es jemanden gäbe, an den man sich wenden kann wenn man Fragen hat oder sich beteiligen möchte. Zu diesem Zweck schlagen wir vor, ein Mentoringprogramm zu erproben.

Kampagnenfähigkeit

Viele unserer im Ansatz sehr gut konzeptionierte Kampagnen scheitern, weil niemand etwas von ihnen mitbekommt. Aus diesem Grund sollten diese besser, in den Verband hinein kommuniziert werden. Hier braucht es mehr direkte Kommunikation mit der Basis und neue Organisationsformen, die Bottom-Up ermöglichen.

BSp*R

Um die Arbeit des Jugendverbandes auf Bundesebene besser koordinieren zu können, würden wir eine Aufstockung des BSp*R unterstützen. Damit außerdem eine gewisse Kontinuität gewährleistet ist, möchten wir euch vorschlagen, die Wahlperiode auf zwei Jahre zu verdoppeln, wobei jedes Jahr die eine Hälfte der Mitglieder neu gewählt wird.

Geschäftsführung

Um die Geschäftsführung, die bisher lediglich organisatorische Arbeiten übernimmt, mit einem Mandat für politische Arbeit auszustatten und demokratisch zu legitimieren, würden wir vorschlagen, diese in ein in ein Wahlamt umzuwandeln.

SDS

Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem wir als linksjugend in unserer täglichen Arbeit kaum noch in Berührung mit dem SDS kommen. Das in der Satzung unseres Verbandes beschriebene Verhältnis als eine Arbeitsgruppe der linksjugend, bildet die Realität nicht mehr ab. Der SDS hat sich längst weit von seiner ursprünglichen Aufgabe, nämlich Hochschulpolitik zu machen, entfernt. Stattdessen nimmt er zu allen möglichen Themen Stellung, wozu die Mitglieder selbstverständlich auch das Recht haben. Aber das ist aus unserer Sicht dann eben nicht mehr die Aufgabe eines Arbeitskreises. Der SDS hat eigene Strukturen, eine eigene Mitgliederverwaltung und eigene Entscheidungsfindungsprozesse, an denen der Rest des Verbandes nicht beteiligt ist. Wir sollten daher Anstrengungen unternehmen den SDS wieder tiefer in den Verband und die vorgesehenen Strukturen zu integrieren.

Verhältnis zur Partei

Außerdem möchten wir generell für eine stärkere Bindung an die Partei plädieren. Die LINKE braucht einen starken Jugendverband, der es sich nicht nur zur Aufgabe macht, sozialistische Politik der jungen Generation schmackhaft zu machen, sondern auch in die Partei hineinwirkt bzw. junge Menschen für eine Arbeit in der Partei vorbereitet. Das bedeutet nicht, nicht mehr in Bündnissen mitzuarbeiten oder keine Bewegung mehr zu unterstützen. Es geht vielmehr um die interne inhaltliche Ausrichtung. Für uns bedeutet das, sich inhaltlich stärker an parlamentarischen Themen zu orientieren und auch stärker den Kontakt zu Mandatsträger*innen zu suchen. So können wir junge Menschen für linke Politik gewinnen und hoffentlich auch dazu motivieren, sich lokal einzubringen.

  1. Öffentlichkeitsarbeit / Erscheinungsbild

Wir unterstützen die laufenden Bemühungen des Bundesverbandes ein neues Corporate Design zu erarbeiten, möchten den Genoss*innen dabei jedoch ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben…

Sharepic Generator

Neben einem Design Manual benötigen wir endlich einen guten Sharepic Generator, der es auch technisch weniger affinen Genoss*innen ermöglicht, binnen weniger Minuten ein vorzeigbares Sharepic zu entwerfen. Dieser muss natürlich die Möglichkeit zum Upload von Bildern sowie Formatvorlagen für verschiedene Plattformen bieten. Bestenfalls sogar die Möglichkeit eigene Vorlagen zu erstellen.

Logo / Farbschema

Wir wünschen den beteiligten Genoss*innen dabei auch genügend Mut, sich vom aktuellen Design zu entfernen. Dieses hat sich zwar in den letzten Jahren stetig verbessert, ist aber nicht wirklich mitreißend.

Infrastruktur

Die Bundesebene sollte ein einheitliches Design für Webseiten anbieten, auf dem die Basisgruppen dann einfach aufsetzen können. Außerdem wäre ein einheitliches Hosting von Webseiten, Cloudspeicher, Mailadressen usw. eine gute Idee. Bei der Menge an Basisgruppen und Landesverbänden, die eigene Websites unterhalten, könnten hier vierstellige Beträge gespart werden.

Basis sichtbar machen

Um neue Mitglieder zu gewinnen und den Verband lebendiger wirken zu lassen, wäre es gut, mehr Bilder von der Basis zu zeigen. Hier kann uns ein Blick zu unseren Genoss*innen nach Österreich wie es geht.

Namen ändern

Unser Doppelname „linksjugend [’solid]“ ist aus dem Zusammenschluss zweier Jugendverbände entstanden. Bei solchen Fusionen spielen natürlich immer Befindlichkeiten eine Rolle. Das „[’solid]“ wirkt inzwischen ein wenig wie ein Fremdkörper, führt bei anderen Gruppen zu Verwirrung und steht eventuell einem frischen Auftritt im Weg. Daher unser Vorschlag zur Umbenennung in linksjugend.

Mandatsträger*innen

Obwohl wir als linksjugend bisher weniger am parlamentarischen Betrieb orientiert sind als andere Jugendverbände, haben wir viele Mitglieder, die sich lokal auch in Parlamenten für progressive und soziale Politik einsetzen. Dieses Engagement müssen wir auch in der Öffentlichkeit mehr wertschätzen. Indem wir positive Erfahrungen teilen und darüber sprechen, was diese Genoss*innen alles bewirken, können wir mehr junge Leute dazu bringen, sich zu engagieren und selbst zur Wahl zu stellen.

öffentliche Vertretung:

Um in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden, müssen wir unseren Umgang mit Medien besser koordinieren. Anderen Jugendverbänden gelingt es auf diesem Weg inzwischen öffentlichkeitswirksam eigene Themen zu setzen. So geschehen im Rahmen der Enteignungsdebatte im letzten Jahr. Politische Erzählungen, sind in den Medien mit den Gesichtern, die sie verkörpern, untrennbar verbunden. Aus diesem Grund würden wir die Wahl von Vorsitzenden auf Bundesebene oder zumindest die Beauftragung zweier Sprecher*innen als Ansprechpartner*innen für Medien begrüßen.

Onlineshop

Des Weiteren wünschen wir uns einen Onlineshop, in dem Genoss*innen möglichst günstig T-Shirts oder andere Materialien erwerben können, die der Verband nicht kostenfrei zur Verfügung stellen kann.