BG Erlangen

Für eine antikapitalistische und sozialistische Linksjugend[solid]

„Lernen, lernen und nochmals lernen…“ – Lenin

In unserem Verband gibt es mittlerweile klare (Wissens-) Hierarchiestrukturen. Um diese sinnvoll reduzieren zu können, sollte es deutlich mehr gut zugängliche Bildungsangebote für Mitglieder und Sympathisant_innen geben. Außerdem muss die Arbeit der Gremien transparenter werden: Berichte (und ggf. auch Protokolle) sollten zügig und unaufgefordert an die Mitgliedschaft versandt werden.
Es müssen zusätzlich zu Veranstaltungen auch Online-Bildungsangebote geschaffen werden, unter anderem Podcasts, Diskussionsforen und Lesekreise.
Zusätzlich sollten Tagespolitische Debatten im Jugendverband stärker in den Fokus gerückt werden. So können linke Perspektiven auf aktuelle Themen besser ausgetauscht und verbreitet werden. Diese Angebote sollten so weit wie es geht dezentral organisiert werden, damit so viele Menschen wie möglich teilnehmen können.
Diese Bildungsangebote sollten nicht nur nach innen, sondern auch nach außen gerichtet werden, um linke Sichtweisen mehr in die Bevölkerung zu tragen.
Diese Angebote sollten sich unter anderem auch darauf beziehen, wie Organisierung und Organisation funktionieren kann.

„Das einzige Gewaltmittel, das zum Sieg führen wird, ist die politische Aufklärung im alltäglichen Kampf.“ – Luxemburg

Die Debatten im Jugendverband müssen verstärkt bundesweit ausgetragen werden. Dafür braucht es bessere bundesweite Kommunikation, sowie eine konstruktive Debattenkultur und eine gute Einbindung der Basis.
Diese Vernetzung ist auch notwendig, um wirksame Kampagnen auf dem gesamten Bundesgebiet zu fahren. Dabei zählt weniger die Quantität als die Qualität. Qualitative Kampagnen sind solche, die auch in nicht organisierten Teilen der arbeitenden Klasse ankommen (sollen).
Außerdem wird dadurch eine konstruktive Gestaltung und Absprache von Interventionen in Bewegungen, Gewerkschaften und Initiativen ermöglicht. Unsere Ziele dabei sollten sein: Eine feste Verankerung in selbigen, das Einbringen von linken Inhalten und Sichtweisen, als auch die hilfreiche Unterstützung der Aktiven durch die linksjugend solid und die Entwicklung von Klassenbewusstsein. Da gerade in diesem Spektrum einige Teile der arbeitenden Klasse organisiert sind, muss sich auf diese Arbeit stärker konzentriert werden.

„Die ganze Aufgabe der Kommunisten besteht darin, daß sie es verstehen, die Rückständigen zu überzeugen, unter ihnen zu arbeiten, und sich nicht durch ausgeklügelte, kindische „linke“ Losungen von ihnen abzusondern.“ – Lenin

Der Doppelcharakter unseres Verbandes besteht darin, einerseits besonders aktive Mitglieder zu fördern und andererseits in die Massen wirken zu wollen. Um in der gesamten Bevölkerung agitieren zu können, ist eine bessere, effektivere Öffentlichkeitsarbeit unabdingbar. Diese brauchen wir in jeglichen Bereichen, also sowohl in sozialen Netzwerken, als auch in direktem Kontakt mit den Menschen.

So müssen wir Mitmachangebote für nicht organisierte, noch-nicht-linke und wenig aktive Menschen schaffen. Bei diesen Angeboten sollten sogenannte Mehrheits-, als auch Minderheitsinteressen immer mit Klassencharakter thematisiert werden. Da wir momentan Defizite bei Themen feststellen, bei denen das gemeinsame Interesse der arbeitenden Klasse im Vordergrund steht, müssen wir solche wieder deutlich für unsere Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Beispiele sind die Themenfelder Wohnen, Arbeitskampf und Schule. In den Schulen können wir besonders das Thema Bildungsungleichheit ansprechen, von der bekanntermaßen viele Schüler_innen betroffen sind.

„Die [durch Bernstein] theoretisch formulierte opportunistische Strömung in der Partei ist nichts anderes, als eine unbewußte Bestrebung, den zur Partei herübergekommenen kleinbürgerlichen Elementen die Oberhand zu sichern, in ihrem Geiste die Praxis und die Ziele der Partei umzumodeln – Rosa Luxemburg

Statt begeisterter Teil eines „Mitte-Links-Blocks“ zu sein, ist es wichtig, unser Profil zu stärken, indem wir eigene Standpunkte in den Vordergrund stellen. Dafür soll Kooperation nur angestrebt werden, wenn sie notwendig, unvermeidbar oder inhaltlich sinnvoll ist. Ansonsten halten wir die Abgrenzung des Jugendverbands von bürgerlichen Verbänden für zwingend nötig. Unserer politischen Beschlusslage müssen wir treu bleiben. Die opportunistischen Bestrebungen den Verband zu sozial- demokratisieren lehnen wir ab. Wenn wir uns als linksradikal begreifen sollten wir auch entsprechend handeln und nicht nur radikal daherreden. Wir erwarten von unseren Funktionär_innen, dass Wort und Tat miteinander übereinstimmen.

„Alle Arbeiter sind Brüder, und ihr fester Bund ist die ganze Gewähr für das Wohl und das Glück der ganzen Werktätigen und unterdrückten Menschheit.“ – Lenin

Es besteht ein klares Defizit in der Kommunikation und Kooperation mit der migrantischen Bevölkerung. Wir gelten für sie nicht als Anlaufstelle für politische Aktivität. Das muss geändert werden. Die uns verbindenden Klasseninteressen machen ein enges Verhältnis und funktionierende Zusammenarbeit essenziell. Die internationale Arbeiter_innenschaft sollte sich nicht an Grenzen und Nationalitäten spalten. Nur eine zusammen kämpfende Klasse kann sich im Klassenkampf behaupten und gegen das Kapital durchsetzen.

„Selbstkritik, rücksichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft und Lebenslicht der proletarischen Bewegung.“ – Luxemburg

Eine hohe Notwendigkeit besteht darin, Kritik an der Partei und ihrem außer, sowie innerparlamentarischen Verhalten zu üben. Besonders Regierungsbildungen mit prokapitalistischen Parteien sind abzulehnen. Bei (existierenden) Regierungsbeteiligungen der LINKEN muss der Koalitionsausstieg stets eine Option sein, sollten die roten Haltelinien des Erfurter Programms überschritten werden. Dies muss an die Partei herangebracht und entsprechende Erwartungen ausgesprochen werden.

Das Verhältnis zwischen Partei und Jugendverband soll ein Agieren auf Augenhöhe sein, in dem die besondere Beziehung in konstruktiver Kritik, gegenseitigem Austausch und kollegialer Hilfe ihren Ausdruck findet. Der Jugendverband hat es auch als Aufgabe, mit der außerparlamentarischen Linken für gemeinsame Ziele zu kämpfen.

„Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ – Liebknecht

Im Jugendverband sollten wenig zielführende Diskussionen über Regionen, in denen wir, allein aufgrund der räumlichen Distanz keinen Einfluss haben nicht provoziert, sondern besser über die Überwindung des Kapitalismus im eigenen Umfeld diskutiert werden. Denn es ist notwendig, sich auf realpolitische Konflikte zu konzentrieren und verbindende Interessen anzusprechen.

Spaltende Themen immer wieder durchzukauen, festgefahrene Rivalitäten und Provokationen verhindern eine konstruktive Debattenkultur und eine wirksame politische Arbeit.