Kein Raum für rechte Hetze gegen Flüchtlinge und unsere Bundessprecherin Selin Gören

In den letzten Wochen erfuhren die Ereignisse rund um die Vergewaltigung von Selin Gören, Mitglied unseres Bundessprecher*innenrats, große Medienaufmerksamkeit. Hintergrund ist die rechte Hetze, die sich auf die Tatsache stürzt, dass die Täter aller Wahrscheinlichkeit nach einen Migrationshintergrund haben.Einige Medien, wie auch unzählige rassistische Kommentatoren im Internet erzählen nun eine Geschichte, in der eine junge, antirassistische Linke die Wahrheit nicht ertragen könne, dass von Menschen mit Migrationshintergrund Gewalt ausgeht. Diese Darstellung hat mit der Realität nichts zu tun.
Die Realität ist, dass die Situation für Flüchtlinge in Deutschland so bedrohlich geworden ist, dass Menschen wie Selin berechtigte Sorge haben müssen, dass ihre Gewalterfahrungen ausgeschlachtet werden, von denjenigen, die keine Gelegenheit auslassen um gegen Flüchtlinge zu hetzen. Diese Hetze, die sich nur dann für sexualisierte Gewalt und Frauenfeindlichkeit interessiert, wenn Flüchtlinge verantwortlich gemacht werden können, stellt also nicht nur eine reale Bedrohung für Flüchtlinge dar, sondern erschwert es auch noch Betroffenen sexualisierter Gewalt mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen und Hilfe zu suchen.
Gewalt und Vergewaltigungen treten in allen Bevölkerungsteilen auf und als feminisistischer Jugendverband ist der Kampf gegen sexualisierte Gewalt und Patriarchat ein ständiger Teil unserer politischen Arbeit. Dabei schauen wir jedoch nicht auf die Herkunft und Hautfarbe der Täter, sondern auf die gesellschaftlichen Verhältnisse.
Unser Kampf gilt seit vielen Jahren sexualisierter Gewalt, Frauenfeindlichkeit, sexueller Belästigung und geschlechterbedingter Diskriminierung am Arbeitsplatz, bei der Verteilung der Reproduktionsarbeit und vielen weiteren gesellschaftlichen Bereichen.
Unser Kampf gilt genauso rassistischer Gewalt, der Unterhöhlung des Asylrechts, Alltagsrassismus und der strukturellen und institutionalisierten Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Ein ehrlicher Kampf gegen Sexismus kann nicht auf Kosten von Geflüchteten geführt werden und ein wirksames Auftreten gegen Rassismus darf nicht auf Kosten von Frauen geschehen. Wir versuchen daher in unserer politischen Praxis Antirassismus und Antisexismus zu verbinden und die gesellschaftlichen Verhältnisse mitzudenken.

Gemeinsam mit Selin Gören versuchen wir diesem Anspruch tagtäglich gerecht zu werden.
Bundessprecher*innenrat der linksjugend [’solid]