
Letztes Wochenende (26.-28.03) fand in Frankfurt am Main der 3. Bundeskongress der Linksjugend['solid] statt. Mit über 200 Delegierten und zahlreichen Gästen tagten wir drei Tage lang, um die Aktivität und Ausrichtung des Verbandes für das nächste Jahr festzulegen.
In der Debatte um den Hauptantrag wurde beschlossen, nächstes Jahr neben der Konsolidierung des stark gewachsenen Verbandes die Themen Ökologie, Bildung, Soziale Kämpfe, Antimilitarismus und Antifaschismus in den Vordergrund zu rücken. Außerdem wurde ein neuer, dieses Jahr zwölfköpfiger Bundessprecher_innenrat gewählt und zahlreiche andere Mandate vergeben, unter anderem die Delegiertenplätze für den Bundesparteitag und den Bundesausschuss der Partei Die LINKE.
Der neue Bundessprecher_innenrat verständigte sich schon einen Tag nach dem Bundeskongress auf eine grobe Aufteilung der Aufgabenfelder und begann die politischen Alltagsaufgaben des Verbandes abzuarbeiten. Björn Buschbeck aus dem neuen BSPR hierzu: “Wir haben die Arbeit aufgenommen und sind ab jetzt für den Verband ansprechbar. Ich möchte stellvertretend für das gesamte Gremium unsere Vorgänger_innen für ihre gute Arbeit danken und sagen, dass wir uns auf ein kämpferisches und ereignisreiches politisches Jahr in und mit der Linksjugend[‘solid] freuen!”
Bundeskongress stellt Weichen für 2009
Die Diskussionen des Bundeskongresses der Linksjugend ['solid] in Mannheim standen am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen der ökonomischen und gesellschaftlichen Krise. Die 200 Delegierten und Gäste stellten insbesondere die soziale und ökologische Dimension der oft noch immer als bloße „Finanzkrise“ unterschätzten Ereignisse in den Mittelpunkt und diskutierten die Rolle der gesellschaftlichen und parlamentarischen Linken bei der Schaffung von Mehrheiten für grundlegende Veränderungen – in der Bundesrepublik, in Europa und weltweit. Mit der Zielstellung, den Kapitalismus durch die offene Konfrontation seiner zerstörerischen Profit- und Wachstumslogik zu delegitimieren, einigte sich der Verband auf eine bundesweite Kampagne mit den Schwerpunkten Bildung, Klimapolitik und innere „Sicherheit“. Die erhöhte Aufmerksamkeit des „Super-Wahljahrs“ soll dazu genutzt werden "gesellschaftliche Gegenmacht zu organisieren, mit mobilisierenden Zuspitzungen und einer sozialistischen Perspektive", heißt es dazu in einem mit breiter Mehrheit beschlossenen Antrag.
Die besonderen politischen Herausforderungen der kommenden Monate waren auch in den Gastbeiträgen von Michael Schlecht (Die Linke) , der DIDF-Jugend, des Studierendenverbandes Linke.SDS und der griechischen Partnerorganisation Neolaia Synaspismou das bestimmende Thema. In einem Grußwort der Deutschen Friedensgesellschaft berichtete Monty Schädel von den Vorbereitungen der vielfältigen Aktivitäten anlässlich des 60jährigen Bestehens der NATO in wenigen Wochen und rief dazu auf, sich trotz offener Drohungen und im Vorfeld angekündigter Repression nicht von der Ausübung des Rechts auf Protest abhalten zu lassen.
Der neu gewählte achtköpfige BundessprecherInnenrat sieht sich ehrgeizigen Vorhaben gegenüber. Beim bundesweiten Bildungsstreik oder dem Kampf gegen das Erstarken rechten Gedankenguts unter Jugendlichen im Rahmen der „Aufmucken gegen rechts“-Kampagne, bei der Mobilisierung zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen, beim Ausbau der innerverbandlichen Bildungsarbeit und nicht zuletzt beim Streiten für mehr linke Politik in den Parlamenten – der Erfolg des kommenden Jahres wird maßgeblich davon abhängen, wie viele Mitglieder und Sympathisant_innen für diese und andere Projekte begeistert und aktiv in die Arbeit des Verbandes eingebunden werden können. Auch wenn viele Diskussionen nicht zu Ende geführt werden konnten: An Impulsen bestand in Mannheim kein Mangel und eine ereignisreiche Zeit mit neuen Mitstreiter_innen, Debatten und Aktionen steht uns bevor. Linksjugend ['solid] wird sich einmischen, schließlich gilt es nicht weniger als eine Welt zu erringen.
Für die meisten Teilnehmenden endete der Kongress mit dem Aussicht, sich schon in wenigen Tagen wiederzusehen – am Sonnabend auf den Großdemonstrationen in Berlin und Frankfurt unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“.
Quelle: http://www.linksjugend-solid.de/verband/bundeskongress/