Geschrieben von BundessprecherInnenrat, 27. September 2010

Alle Welt redet derzeit über Thilo Sarrazin. Und obwohl die Thesen in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ lächerlich und wissenschaftlich nicht beweisbar sind, zeigt es doch: Die große Unterstützung für seine Aussagen beweist, dass Rassismus ein Problem der Mitte der Gesellschaft ist.
Sarrazins Thesen sind rassistisch, weil er bestimmten Kulturen unveränderliche Eigenschaften zuschreibt
Sarrazins Thesen sind rassistisch, weil er nicht bestimmten Kulturen unveränderliche Eigenschaften zuschreibt Sarrazin zeichnet in seinem Buch das Bild einer deutschen Gesellschaft, die von einem zersetzenden, fremden Islam gefährdet wird. Mit Extrembeispielen, wie 'Ehrenmord' oder islamistischem Terrorismus, wird MuslimInnen eine bestimmte Natur zugeschrieben, die als mit der deutschen Kultur unvereinbar angesehen werden. Deutsch-sein und Muslimisch-sein werden als Gegensätze verstanden. Hinzu kommen pseudowissenschaftliche Argumente: Alle Völker hätten ein besonderes Gen (so ist beispielsweise vom „Juden-Gen“ die Rede). Nicht nur, dass solche Argumente nicht stimmen, wohin sie führen hat darüber hinaus der Nationalsozialismus in drastischer Weise gezeigt. 'Völker', 'Kulturen', 'Nationen' und 'Rassen' sind von Menschen ausgedachte Konzepte und haben nichts Natürliches an sich. Indem aber Sarrazin kulturelle Besonderheiten an die menschliche Biologie koppelt, konstruiert er sowas wie 'Rassen'. Kultur wird synonym zu 'Rasse'. Aufgrund dieser Verbindung von Kultur und unveränderbaren, dem Menschen natürlich innewohnenden Eigenschaften werden Sarrazins Thesen rassistisch. Kultur ist aber nicht natürlich und unveränderbar, sondern immer in Bewegung und entsteht durch Sozialisierung und ständigem Austausch mit anderen. [Weiterlesen]
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Geschrieben von BundessprecherInnenrat, 10. May 2010
Auch 60 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über den deutschen Faschismus ist die faschistische Weltanschauung immer noch nicht totzukriegen. Bei Aufmärschen in Innenstädten, auf hasserfüllten Plakaten und seit einiger Zeit auch wieder in Landes- und Kommunalparlamenten verbreiten Neo- und AltfaschistInnen ihre menschenverachtende Ideologie. Kontinuierlich arbeiten sie am Aufbau „national befreiter Zonen“, ihrem parlamentarischen Einfluss und ihrer Verankerung in Jugendscenen – mal mit weniger und mal mit großem Erfolg. Dies führt nicht nur zu brutalen Übergriffen, sondern auch zur Festigung von faschistischen Gruppierungen bis hin zur Dominanz in ganzen Regionen. Wir SozialistInnen und AntifaschistInnen von Linksjugend [’solid] und Die Linke.SDS wollen mit dieser Broschüre auf Gefahren und Hintergründe, eingehen. Gedacht zur gemeinsamen Lektüre in den Gruppen oder auch zum Selbststudium daheim, soll „Block Fascism“ helfen, Zusammenhänge und Geschichte der modernen Faschisten zubeleuchten, aber auch Beitrag zu einer antifaschistischen Praxis sein.
Hier könnt ihr die Broschüre der Linksjugend ['solid] und dem Studierendenverband linke.SDS "Block Fascism" lesen und bestellen.