am 28.01.2010
Jugendliche Plakatierer von verbotenem Plakat verhaftet - Linke.SDS ruft weiter zu Blockaden auf.
Aus Protest gegen die Kriminalisierung antifaschistischen Widerstandes rief Die Linke.SDS öffentlich dazu auf, am Abend des 20. Januars demonstrativ die verbotenen Plakate des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ in Berlin zu verkleben. An der Aktion beteiligten sich neben ca. 25 AktivistInnen von Die Linke.SDS und der linksjugend.[´solid] auch verschiedene Bundestagsabgeordnete der LINKEN, darunter Karin Binder, Heidrun Dietrich, Nicole Gohlke und Dorotheé Menzner. Der von Frau Menzner begleitete Plakatiertrupp wurde in der Schönhauser Allee von der Polizei gestoppt und vier Jugendliche, alle unter 18 Jahren, zur Personalienfeststellung auf die Polizeiwache 15 gebracht. Zwei der Jugendlichen wurden mit Handschellen aneinandergefesselt. Ihnen wie auch Frau Menzner, gegen die ebenfalls eine Anzeige erstattet wurde, wird ein Aufruf zu Straftaten vorgeworfen.
Dazu Florian Wilde, Bundesgeschäftsführer von Die Linke.SDS: „Wir verurteilen aufs Schärfste die fortgesetzte Kriminalisierung antifaschistischer Aktivitäten. Es ist ein Unding, dass die Polizei jetzt anfängt, Minderjährige in Handschellen abzuführen, weil sie Plakate verkleben, die zu Blockaden des Naziaufmarsches aufrufen. Weder der Aufruf für gewaltfreien Sitzblockaden noch die Durchführung von gewaltfreien Sitzblockaden sind strafbar. Der Aufruf ist vielmehr vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit umfasst und die Durchführung von Sitzblockaden genießt den Schutz der Versammlungsfreiheit. Offensichtlich handelt es sich hier um eine politisch motivierte Repression gegen linke, demokratische und antifaschistische Aktivitäten. Wir werden uns aber weder von der Polizei, noch von der Staatsanwaltschaft davon abhalten lassen, weiter die verbotenen Plakate zu verkleben, zu Blockaden aufzurufen und alles daran zu setzen, den Naziaufmarsch am 13. Februar mit allen Mitteln des zivilen Ungehorsams zu verhindern.“
Am 19. Januar wurden in Dresden und Berlin verschiedene Objekte von der Polizei durchsucht und dabei Plakate des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ beschlagnahmt. Der Vorwurf lautet, dass der Aufruf des Bündnisses, den Naziaufmarsch am 13, Februar in Dresden zu blockieren, einen Aufruf zu Straftaten darstellt. „Dresden- Nazifrei“ ist ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis, dem zahlreiche Gewerkschaftsgliederungen, DIE LINKE, der Landesverband der Grünen Berlin, die Jusos, die linksjugend [´solid], Die Linke.SDS, etliche Bundestagsabgeordnete und Künstler wie Konstantin Wecker und Bela B. von den „Ärzten“ angehören. Die Beschlagnahmungen lösten einen Sturm des Protestes in der demokratischen Öffentlichkeit auf.
Am 13. Februar 2010 wollen Neo-Nazis in Dresden ihren größten Aufmarsch seit Ende des 2. Weltkrieges durchführen. Alljährlich finden sie sich aus ganz Europa in der sächsischen Hauptstadt zusammen, um aus der Bombardierung der Stadt politischen Profit zu schlagen und ihr Wahngebilde der Volksgemeinschaft hoch leben zu lassen. Ihre Trauer gilt dabei nicht den Toten, sondern der Niederlage Hitlers und dem Untergang des so genannten 3. Reichs.
Gemeinsam mit vielen anderen werden wir auch in diesem Jahr alles daran setzen, ihr Vorhaben zu verhindern. 2010 ist es höchste Zeit, den Anfang vom Ende des braunen Spukspektakels einzuläuten!
Linksjugend ['solid] unterstützt deshalb den Aufruf des bundesweite Bündnisses "No pasarán!" und hat sich gemeinsam mit antifaschistischen Gruppen, Bürger_inneninitiativen, zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Verbänden, Parteien und Gewerkschaften zu dem Blockadebündnis "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" zusammen gefunden. In dem gemeinsamen Aufruf heißt es:
"Wie in Jena, Köln und Berlin bereits erfolgreich durchgesetzt, werden wir uns auch in Dresden durch Aktionen des zivilen Ungehorsam mit Massenblockaden den Nazis entgegen stellen und sie blockieren. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind bunt und wir stellen uns dem braunen Mob in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Dabei sind wir solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen."
Jede_r von euch kann dabei helfen, in diesem Jahr eine möglichst breite Gegenmobilsierung zu erreichen! Unterzeichnet die Aufrufe der Bündnisse, weist Mitschüler_innen, Kolleg_innen und Kommiliton_innen auf unsere Proteste hin und kümmert euch frühzeitig um Tickets bei der Bahn oder Plätze in den vielerorts organisierten Bussen. Für Menschen, die schon am Freitag Abend anreisen, werden Unterkünfte organisiert. Zur Mobilisierung vor Ort könnt ihr unser Plakat bestellen oder die Bündnismaterialien benutzen.
Lasst uns dem Naziaufmarsch am 13. Februar entschlossen entgegentreten.
No pasarán ? sie kommen nicht durch!
26.03. - 28.03. 3. Bundeskongress Linksjugend ['solid]