02. September

Pünktlich zum Antikriegstag am 1. September urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg, dass die von Linksjugend [´solid] heraus gegebenen Plakate und Aufkleber „Beim Bund ist alles doof!“ nicht gegen Urheberrechte von Sheepworld verstoße. Nachdem die Produktion und der Vertrieb des beliebten Antibundeswehr-Motivs 2008 per einstweiliger Verfügung von Sheepworld gestoppt wurde, gelang es Linksjugend [‘solid] 2009 in der 2. Instanz vor dem Landgericht, diese Verfügung aufzuheben.
Das OLG stellte nun eine große Distanz zu den von Sheepworld herausgegeben Schäfchen-Motiven fest. Das von Linksjugend [´solid] veröffentlichte Motiv sei eindeutig als Parodie und nicht als Plagiat zu interpretieren, so das Gericht weiter. Das OLG Hamburg vertritt die Auffassung, das Motiv „Beim Bund ist alles doof!“, auf dem statt Schafen als Soldaten uniformierte Schweine dargestellt sind, sei ein eigenes Werk mit großem schöpferischen Eigenanteil, das eine eigene politische Meinung zum Ausdruck bringe. Auf diese Feststellungen des Gerichtes hin zog die Klägerin Sheepworld ihren Antrag vor dem OLG zurück.
Christoph Kröpl, Bundesschatzmeister des Jugendverbandes, äußert sich zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir diese Sache nun erledigt haben und Sheepworld auf weitere Schritte gegen Linksjugend [‘solid] verzichtet. Das Urteil stellt auch insofern einen Erfolg dar, weil sich auf diesen Sieg auch Künstler und Künstlerinnen, sowie politische Aktivistinnen und Aktivsten berufen können, die kommerzielle Motive in ihre Arbeit einbauen.“
Es bleibt also dabei – Beim Bund ist alles doof!
Weiterhin als Aufkleber und Plakat bei Linksjugend [‘solid] kostenlos zu bestellen unter versand@linksjugend-solid.de.
Leitartikel der neuen ST!KE Zeitung des Jugendverbandes zum Bildungsstreik!
Nach mir die Sintflut. Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen, macht wieder von sich reden. Bekannt geworden einerseits durch seine rassistische Wahlkampfrhethorik, mit der er versuchte Stimmen im rechten Lager zu sammeln. Etwa als er darauf hinwies, dass vor allem ausländische Jugendliche straffällig würden und bei solch einem Verhalten besser abgeschoben werden sollten. Auch bekannt dadurch, dass Studierende ihn durch monatelange Proteste zu Fall brachten und später so unter Druck setzten, dass er seinen Plan, in Hessen die Studiengebühren wieder einzuführen, verwerfen musste. Nun hat er seinen Rücktritt angekündigt, weil er – ein Schelm, wer Böses dabei denkt – in die Privatwirtschaft wechseln möchte.

Presseerklärung
Am Samstag, den 24.4. wird ein breites Bündnis im gesamten Bundesgebiet gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Regierung und für einen Umstieg auf eine zu einhundert Prozent regenerative Energieversorgung protestieren. Um die "Kettenreaktion" herum wird es zwischen den AKWs Krümmel und Brunsbüttel eine circa 120 Kilometer lange Menschenkette sowie in vielen Städten Demonstrationen und Aktionen geben. Das Problemkraftwerk Biblis in Hessen wird in einer Massenaktion umzingelt werden.
Die Linke und der Widerstand gegen die Blockade
Am Mittwoch, den 23. Juni von 18 bis 20 Uhr, veranstalten Linksjugend [solid] und Die Linke.SDS eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Debatte über die Blockade des Gaza-Streifens und den Überfall auf die Schiffe der Gaza-Flotille.
Inge Höger (Die Linke), die selbst auf dem gestürmten Schiff war, Dr. Bettina Marx, langjährige ARD-Korrespondentin in Israel/Palästina, Harri Grünberg, Publizist und Politikwissenschaftler, Norbert Müller von Linksjugend ['solid] und Almut Woller vom Studierendenverband Die Linke.SDS diskutieren über die Erstürmung der Flotille, die Blockade des Gaza-Streifens und Perspektiven des Widerstands aus linker Perspektive.
23. Juni, 18 Uhr, Humboldtuniversität Berlin, Dorotheenstraße 24, Raum 1.601
Am 09. Juni ist es wieder so weit. In über 100 Städten gehen SchülerInnen, Azubis und Studierende auf die Straße, um gegen die miserablen Zustände im Bildungssystem zu demonstrieren. Die Kritik ist vielfältig: Auf der einen Seite fehlt Geld für wichtige Investitionen, wenn es etwa um mehr LehrerInnen, kleinere Klassen und gebührenfreie Bildung geht. Andererseits kritisieren wir, dass junge Menschen in Schule, Betrieb und Studium lediglich für den späteren Verwertungsprozess auf dem Arbeitsmarkt vorbereitet werden, statt selbstbestimmt Lernen und sich entfalten zu können. Um sich gegen diese Entwicklung wehren zu können, fordern wir unter anderem die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen. SchülerInnen, Azubis und Studierende sollen endlich mitentscheiden können, wovon sie direkt betroffen sind.
Doch nicht nur vom schlechten Bildungssystem sind junge Menschen betroffen, auch die Finanzkrise hat Auswirkungen auf die junge Generation. Schlechte Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, immer mehr Gebühren für die Bildung, oberflächliches Studium im Schnelldurchlauf. Das sind die Lebensbedingungen der Jugend weltweit. Ein Bündnis ruft für den 12. Juni dazu auf, sich gegen die Sparpläne der schwarz-gelben Bundesregierung zu wehren. Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise!" forden wir, dass die VerursacherInnen der Krise für diese aufkommen müssen, nicht die Jugendlichen oder die RentnerInnen, nicht die Erwerbslosen oder ArbeitnehmerInnen, die schon jetzt kaum von ihrem Gehalt leben können.
Die Linksjugend ['solid] ruft dazu auf, sich an den Protesten vom 09. bis 12. Juni zu beteiligen.
Den Bildungsstreik-Aufruf sowie Informationen darüber, in welchen Städten es Aktionen gibt, findet ihr hier:
Informationen zu den bildungspolitischen Forderungen und Positionen der Linksjugend ['solid]:
Informationen zu den Krisendemos in Berlin und Stuttgart hier:
Ein Zeichen für ein anderes Klima setzen
Vom 29.5. bis zum 6.6 wird im Bonner Maritim-Hotel die Vorbereitungskonferenz für den 16. Klimagipfel der Vereinten Nationen stattfinden. Spätestens seit dem Scheitern der Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist klar, dass auch hier kein relevanter Klimaschutz, geschweige denn ein Schritt in Richtung einer gerechteren und sozialeren Politik stattfinden wird. Im Gegenteil, es wird wieder bloß versucht werden, ein schädliches „business as usual“ weiter zu zementieren.
Dagegen werden wir auch in Bonn protestieren. Vom 29.5 bis 6.6 wird in Bonn ein Klimacamp stattfinden, vom 3. bis 4.6. werden im Rahmen eines Klimaforums Alternativen zur herrschenden Klimapolitik aufgezeigt werden. Auf der Straße wird es am 5.6. (Samstag) eine Massendemonstaration durch die Bonner Innenstadt sowie über die Zeit des Treffens verteilt zahlreiche Aktionen des zentralen Ungehorsams geben.
Wir als linksjugend['solid] werden uns an den Protesten beteiligen und rufen alle unsere Genoss_innen dazu auf, nach Bonn zu kommen, um ein Zeichen für ein ganz anderes Klima zu setzen.
Weitere Informationen auf der Seite des Bündnisses „Klimawelle“:

In der BILD, auf RTL.de sowie in weiteren Medien stößt ein Plakat der Linksjugend ['solid] mit dem Titel „Beim Bund ist alles doof“ derzeit auf heftige Kritik. Die Empörung richtet sich hierbei vor allem gegen die linke Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz, deren Bürotür von dem Plakat geschmückt wurde, bis es gestern polizeilich entfernt wurde.
Im Deutschen Bundestag wurde ein Hilfspaket für Griechenland beschlossen und sogar die Banken beteiligen sich. In Griechenland gehen derweil Hunderttausende auf die Straßen und demonstrieren gegen die geplanten Sparprogramme. Irgendwie undankbar, berichtet hierzulande nicht nur die BILD. Seit Wochen wird gegen faule GriechInnen gehetzt, die doch lieber arbeiten gehen und Steuern zahlen sollten, statt rumzumeckern. Was passiert da eigentlich genau?
Griechenland hat Schulden. Viel zu viel, um das irgendwie abzahlen zu können. Es musste in den letzten Jahren immer wieder Kredite aufnehmen, die später inklusive der Zinsen zurückgezahlt werden müssen. Dass Griechenland Bankrott gehen würde, war lange abzusehen. Spekulanten haben daher auf den Bankrott gewettet. Ja, richtig gehört. Man kann Geld damit machen, dass man auf den Bankrott von Ländern wettet. Das führt unter anderem dazu, dass die Zinsen für Kredite immer höher steigen und das Aufnehmen von Schulden für Griechenland kostspieliger wird. Ein Teufelskreis, aus dem das Land nicht mehr rauskommt. Die Deutsche Bank hat im letzten Jahr trotz Krise 5 Milliarden Gewinn gemacht, darunter ein Großteil aus eben diesen Geschäften mit Staatsanleihen.
Dass Griechenland aus eigener Kraft da nicht rauskommt und seine Wirtschaft krachen geht, hat dabei weniger mit der Rente mit 60 oder korrupten GriechInnen zu tun, sondern damit, dass zum Beispiel Deutschland eine Wirtschaftspolitik auf Kosten der anderen Euro-Länder betrieben hat. Der Exportweltmeister, der sich aktuell als „Retter“ darstellt, ist also eigentlich Teil des Problems. Denn dass die Länder im Süden Europas ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, hängt mit dem Lohndumping in Deutschland zusammen. Es ist das einzige Land, in dem die Löhne in den letzten Jahren real gesunken sind. Und es gibt einen Zusammenhang zwischen der immer besseren Außenhandelsbilanz Deutschlands und den Handelsdefiziten der Krisenländer. Wer nur noch importiert statt zu exportieren, macht zwangsläufig Schulden. Die Abwertung des Pfund hat Großbritannien bisher vor dem Bankrott bewahrt. Bei der gemeinsamen Währung Euro ist eine Abwertung in einem Land nicht möglich. Deutschland hingegen wird theoretisch immer reicher, weil es immer mehr exportiert. Dennoch bleibt der Reichtum konsequenzlos für seine Bevölkerung.
Dass Deutschland nun hilft, ist kein Akt der Großzügigkeit. Zum Einen liegen relevante Teile der griechischen Staatsanleihen bei deutschen Banken. Wenn also Griechenland pleite gehen würde, bekämen die deutschen Banken massive Probleme. Die „Hilfen“ sind also vorrangig erneute Rettungspakete für die Banken. Zum Anderen hat Deutschland kein Interesse daran, den Euro krachen zu lassen, weil das Auswirkungen auf die Exporterträge hätte.
Dass die GriechInnen sich gegen die vermeintlichen Hilfen wehren, ist verständlich und erhält unsere voll Solidarität. Denn die Milliarden landen mitnichten bei der Bevölkerung, die selbst mit umfangreichen Sparprogrammen konfrontiert wird. Der IWF knüpft die Hilfen zudem an die Bedingung, dass neoliberale Maßnahmen durchgeführt werden. Mittlerweile wurden Gehälter um bis zu 25% des Nettolohns gekürzt und ein Einstellungsstopp im Öffentlichen Dienst verhängt. Es gibt höhere Steuern auf Alkohol, Tabak und Benzin. Die Renten sollen gekürzt und das Renteneintrittsalter erhöht werden. Da, wo die Vermögen liegen, will man aber offenbar nicht angreifen: Die Vermögenssteuer lag zuletzt bei 16%, während der Durchschnitt in der EU bei 30% liegt. Besserverdienende hinterzogen zudem um die 30 Milliarden Euro Steuern. Hier sind keine Veränderungen in Sicht. Auch beim Militär scheint man bisher nicht den Rotstift ansetzen zu wollen. Die Militärausgaben sind anteilig am Bruttoinlandsprodukt in Griechenland dreimal so hoch wie in Deutschland, 13% der Waffenexporte Deutschlands gehen mit den Eulen nach Athen.
Griechenland ist erst der Anfang. In Portugal wurde bereits das Arbeitslosengeld gekürzt und auch Spanien, Italien und Irland bereiten sich auf die schwerste Krise seit langem vor. Eine Vorhersage ist dabei nicht besonders gewagt: Zahlen werden die Krise wieder mal die, die eh schon zu wenig zum Leben haben und nicht die Verursacher.
Betriebliche Mitbestimmung stärken und aktiv ausbauen!

Dieses Jahr finden in den Betrieben und Verwaltungen die Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), zu den Betriebsräten (BR) und Personalräten (PR) statt. Linksjugend ['solid] ruft dazu auf, hierbei Listen und KandidatInnen zu unterstützen, die Mitglieder in DGB-Gewerkschaften sind und gegebenenfalls selbst auf einer dieser Listen oder direkt zu kandidieren.
Die Wahlzeiträume liegen je nach zugrundeliegendem Gesetz unterschiedlich. JAVen nach Personalvertretungsgesetz (hauptsächlich öffentlicher Dienst und Verwaltung) werden von März bis Mai und alle nach dem Betriebsverfassungsgesetz zwischen Oktober und November, immer für 2 Jahre, gewählt. Die Betriebs- und Personalräte werden in von März bis Mai für 4 Jahre gewählt. Der BundessprecherInnenrat von Linksjugend [‘solid] bittet seine Mitglieder in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnissen, sich mit ihrem aktiven und passiven Wahlrecht an den Wahlen zur JAV 2010 zu beteiligen. Dasselbe gilt für die Betriebs- und Personalratswahlen.
Jugend- und Auszubildendenvertretungen, Betriebsräte und Personalräte sind wichtige erkämpfte Mitbestimmungsrechte der abhängig Beschäftigten. Nur starke Betriebsräte können die Interessen der Belegschaft konsequent vertreten - in Lohnfragen, in der Arbeitszeit, im Kündigungsfall, bei Überstunden und bei Schikanen durch die Unternehmensleitung. Es ist uns wichtig, dass in Betriebsräten und JAVen KollegInnen vertreten sind, die sich ausschließlich den Belegschaftsinteressen, nicht einem Konzept des Co-Managements oder dem Betriebsfrieden verpflichtet fühlen. Nur so können sie ein starkes Gegengewicht zur Macht der UnternehmenseignerInnen bilden. Der Einfluss der DGB-Gewerkschaften in den Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen muss ausgebaut werden
Mitbestimmungsrechte können die Allmacht der UnternehmenseigentümerInnen
einschränken und ihr die Kraft demokratischer Repräsentanz der ProduzentInnen in einem Betrieb entgegensetzen. Als Teil des Konflikts zwischen Kapital und Arbeit sind die Mitbestimmungsrechte der abhängig Beschäftigten ein wichtiges Element gesellschaftlicher Auseinandersetzungen; im Kampf um Wirtschaftsdemokratie und eine sozialistische Gesellschaft bleibt ihre Stärkung ein wichtiges Ziel.
Linksjugend [‘solid] fordert die Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung auch auf wirtschaftliche Entscheidungen in den Betrieben und setzt sich in den DGB-Gewerkschaften ein für eine konsequente Interessenvertretung der Belegschaften, gegen "Bündnisse für Arbeit" und eine "Verbetrieblichung" von Tarifpolitik ein. Wir stehen für eine widerständige Betriebsrätepolitik sowie eine Revitalisierung des politischen Mandats der Gewerkschaften und den Flächentarifvertrag.
Der Einfluss wirtschaftsfreundlicher Beschäftigtenvereinigungen, die ein freundschaftlich-korporatistisches Verhältnis zu den Unternehmensverbänden anstreben ("gelbe Gewerkschaften", Standesorganisationen oder Christliche Gewerkschaften) muss zurückgedrängt werden, weil sie ihre Verhandlungs-, Mitbestimmungs- und Arbeitskampfmöglichkeiten einzig am "Betriebswohl" relativieren und keine konsequente Interessenvertretung für Beschäftigte leisten können - oder wollen.
Erklärung des BundessprecherInnenrates
LEIHARBEIT ZURÜCK DRÄNGEN! - LINKSJUGEND [’SOLID] PROTESTIERT GEGEN DIE SCHLECKER-UNTERNEHMENSPOLITIK UND SOLIDARISIERT SICH MIT DEN BESCHÄFTIGTEN
Der Schlecker-Konzern baut derzeit sein Filialnetz um. 4000 kleine Geschäfte sollen geschlossen und dafür rund 1000 so genannte “XL-Märkte“ eröffnet werden. Den Beschäftigten wird gekündigt und ein neuer Vertrag über eine hauseigene Leiharbeitsfirma angeboten - mit Dumpinglöhnen und Befristung.
Schlecker ist nur ein Beispiel für die derzeit statt findende Prekarisierung des Arbeitsmarktes. Niedrigstlöhne und die Ausschaltung von ArbeitnehmerInnenrechten sind im Schatten der Wirtschaftskrise zum Tagesgeschäft geworden. Und von Leiharbeit und Minijobs und damit den unwürdigsten Arbeitsbedingungen und Lohndumping sind gerade auch junge Beschäftigte betroffen. Grund genug für uns, in die Gegenoffensive einzutreten. Wir rufen alle Basisgruppen des Jugendverbandes auf, sich mit den Protesten der Beschäftigten bei Schlecker zu solidarisieren. Wir fordern, dass die unter der SPD-Grünen-Regierung vorgenommenen Deregulierungen bei der Leiharbeit sofort zurück genommen werden. Diese haben zur massiven Ausweitung der Leiharbeit geführt und den Unternehmen überhaupt erst die Möglichkeit für das Unterlaufen sämtlicher Tarifstandards in die Hand gegeben. Eine für uns zentrale Forderung bei der Regulierung der Leiharbeit ist deshalb: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Das wäre ein erster wichtiger Schritt, um die Spaltung auf dem Arbeitsmarkt zu überwinden.
In den kommenden Wochen werden wir die Proteste der Schlecker-Beschäftigten unterstützen. Aufgrund des Drucks der Gewerkschaften hat Schlecker zwar bereits angekündigt, seine Personalpolitik zu prüfen und Abstand zu nehmen von weiteren Einstellungen über die besagte Leiharbeitsfirma. Die bisherigen Leiharbeitsverträge gelten aber weiter und der Umbau des Filialnetzes wurde ebenfalls fortgesetzt. Das hat abermals deutlich
gemacht, dass moralische Appelle allein nicht genügen und gesetzliche Regulierungen über außerparlamentarischen Druck erstritten werden müssen.
Letztes Wochenende (26.-28.03) fand in Frankfurt am Main der 3. Bundeskongressder Linksjugend['solid] statt. Mit über 200 Delegierten und zahlreichen Gästen tagten wir drei Tage lang, um die Aktivität und Ausrichtung des Verbandes für das nächste Jahr festzulegen.
In der Debatte um den Hauptantrag wurde beschlossen, nächstes Jahr neben der Konsolidierung des stark gewachsenen Verbandes die Themen Ökologie, Bildung, Soziale Kämpfe, Antimilitarismus und Antifaschismus in den Vordergrund zu rücken. Außerdem wurde ein neuer, dieses Jahr zwölfköpfiger Bundessprecher_innenrat gewählt und zahlreiche andere Mandate vergeben, unter anderem die Delegiertenplätze für den Bundesparteitag und den Bundesausschuss der Partei Die LINKE.
Der neue Bundessprecher_innenrat verständigte sich schon einen Tag nach dem Bundeskongress auf eine grobe Aufteilung der Aufgabenfelder und begann die politischen Alltagsaufgaben des Verbandes abzuarbeiten. Björn Buschbeck aus dem neuen BSPR hierzu: “Wir haben die Arbeit aufgenommen und sind ab jetzt für den Verband ansprechbar. Ich möchte stellvertretend für das gesamte Gremium unsere Vorgänger_innen für ihre gute Arbeit danken und sagen, dass wir uns auf ein kämpferisches und ereignisreiches politisches Jahr in und mit der Linksjugend[‘solid] freuen!”
Und einsteigen in eine selbstbestimmte, radikale junge Linke. Ein offener Brief an die SAV-Mitglieder im Jugendverband.
Liebe Genossin, Lieber Genosse,
In der SAV gibt es viele junge Genossinnen und Genossen mit dem Herz an der richtigen Stelle und guten Positionen im Kopf! Aber es scheint, als werden sie durch soziale und strukturelle Kontrolle an eine Organisation gefesselt, die sie ausbeutet und bei abweichender Meinung gegebenenfalls auch ‚wegwirft‘. Selbstbestimmte und fortschrittliche Politik sieht unserer Meinung nach anders aus.
Das Verhältnis von SAV und Jugendverband wird in nicht wenigen Landesverbänden derzeit heftig diskutiert. Oftmals schrecken weniger die Positionen der SAV ab, sondern vielmehr der politische Stil und die Strategie ihrer Kader. Bei vielen Jugendverbandsmitgliedern besteht die Sorge, dass die Souveränität des Verbandes durch eine extern organisierte Gruppierung unterlaufen wird. Als BundessprecherInnenrat nehmen wir diese Sorge ernst. Klar ist aber auch: Wir wollen alle jungen SAV-Mitglieder, die im Verband organisiert sind, für einen starken und pluralen sozialistischen Jugendverband gewinnen, wir wollen Euch gewinnen für eine radikale sozialistische Alternative. Trotzkistische Positionen haben ihren Platz in der politischen Linken; sie haben gerade mit ihrer Kritik am Stalinismus wichtige Impulse für einen sozialistischen Aufbruch beizusteuern. Was unseres Erachtens aber zukunftslos ist, ist ein hierarchisches und intransparentes Organisationsmodell, wie es von der SAV-Leitung vertreten und durchgesetzt wird.
Vor diesem Hintergrund können sich folgende Fragen stellen:
Warum Ihr als SAV Zeitungs- und WerbemittelverkäuferInnen (alle Mitglieder?) genau Buch über Eure Verkäufe führen müsst? Oder wie sich eine Organisation mit max. 350 Mitgliedern so viele bezahlte Funktionäre leisten kann? Warum Euer Mitgliedsbeitrag so hoch ist und von den Gruppenverantwortlichen festgelegt wird? Warum es keine einsehbaren Beitragstabellen gibt? Oder warum Ihr nach einer gewissen Zeit kaum anderen Freunde außerhalb der SAV habt? Warum es in den SAV-Gruppen so extreme Hierarchien gibt? Warum werdet Ihr gezwungen, doppelten Beitrag zu bezahlen, einmal für Linksjugend [‘solid] oder Die LINKE oder beides und dann noch für die SAV? Diese Fragen beruhen auf Hörensagen oder Randbemerkungen von FunktionärInnen der SAV und sind nicht so richtig belegbar. Aber bei näherer Betrachtung erscheint die ganze Organisation der SAV überhaupt sehr intransparent.
Was will die SAV-Leitung?
Die Kader der SAV springen von Organisation zu Organisation, immer unter dem Vorwand, eine Arbeiterpartei aufbauen zu wollen und lassen es sich von ihren Mitgliedern bezahlen. Sei es bei attac, Die LINKE oder in Linksjugend [‘solid]. Beispiele mit ähnlichem Verlauf gibt es viele, überall dort, wo sie denken, es ließe sich für die SAV etwas herausholen, werden die “Mitglieder“ per Beschluss zugewiesen und müssen die Kosten für die doppelte Mitgliedschaft bezahlen. Ihnen geht es darum, neue zahlende Mitglieder zu gewinnen und Materialien zu verkaufen, die ihren “Apparat“ finanzieren. Alles andere ist Fassade. Wer nicht mitmacht oder nicht genug Material verkauft, bekommt Druck.
Eine solche Organisation wird nicht in der Lage sein, der Sozialen Frage wieder eine reale politische Durchschlagskraft zu verleihen.
Falls Ihr Euch in den hier aufgeworfenen Fragen wieder findet, dann macht Schluss mit der SAV. Macht Schluss mit dem doppelten Beitrag und Schluss mit der sozialen Kontrolle. Engagiert euch im Jugendverband Linksjugend [‘solid], dort könnt Ihr Eure Meinung vertreten – auch bei einer Meinungsminderheit! Bei uns könnt Ihr an Eurem Thema arbeiten. Klar, auch bei uns gibt es Streit, zum Teil schon seit Jahren diskutierte, manchmal widersprüchliche, Positionen und Genossinnen und Genossen, die sich persönlich und politisch nicht ausstehen können. Nicht alles läuft glatt, nicht alles funktioniert nach Plan. Aber, hey! Wir sind ein Jugendverband und arbeiten gemeinsam dran! Wir sind nicht die Speerspitze der Arbeiterschaft, wir wollen Teil der Bewegung sein, die wirklich etwas bewegt!
Wer von euch also aus der SAV raus will, den/die werden wir nach besten Kräften unterstützen. Wir sagen nicht, dass es leicht sein wird. Wir sagen nicht, dass alle Forderungen der SAV Quatsch sind. Aber in unserem Verständnis kann es durch diese Organisation keine emanzipatorische und selbstbestimmte linke Politik geben.
Wer die Befreiung fordert, darf seine Mitglieder nicht unfrei machen!
Darum raus aus der SAV - rein in den Jugendverband Linksjugend [‘solid] sozialistisch, feministisch, antifaschistisch, basisdemokratisch und streitbar.
Mit solidarischen Grüßen
der BundessprecherInnenrat von Linksjugend [‘solid]
Wenn ihr Unterstützung braucht oder uns etwas über eure Erlebnisse in und mit der SAV mitteilen wollt könnt ihr das unter dieser Adresse:
raus-aus-der-sav@linksjugend-solid.de
Trotz Verleumdungskampagne gegen die SAV:
Im Jugendverband bleiben und für sozialistische Politik kämpfen
Liebe Genossinnen und Genossen,
wir hatten sehr lange nichts vom BundesprecherInnenrat (BSPR) gehört und als nach langer Zeit mal wieder eine Mail kam, waren wir sehr gespannt. Gibt es eine Einladung zu Debatten über die kapitalistischen Krise und die Ausrichtung des Jugendverbandes? Wird gesagt, wo man sich für Busse für die Proteste in Kopenhagen anmelden kann oder ein Konzept vorgelegt, wie wir erfolgreich zur Anti-Nazi Demo im Februar in Dresden mobilisieren? Nein um diese ganzen Sachen wird sich leider nicht gekümmert.
Der BundessprecherInnenrat hat dazu offenbar politisch nichts anzubieten, sondern führt lieber eine Schlammschlacht und Verleumdungskampagne gegen die SAV. Der Brief des BSPR vom 14.Oktober an alle Mitglieder und der Aufruf auf der Startseite von www.linksjugend-solid.de, bei der SAV auszutreten, ist eine einzige politische Bankrotterklärung und bestätigt uns in der Auffassung, dass dieser BSPR keine politischen Antworten zur Überwindung des Kapitalismus hat.
Auch Marco Heinigs angebliche Auseinandersetzung mit unserem Grundsatzprogramm bietet keine eigenen Vorschläge, wie wir zu einer anderen Gesellschaft kommen, sondern reiht zynisch Zitate aneinander und kritisiert auf erschreckend niedrigem Niveau marxistische Positionen (wenn gleich wir uns freuen, dass sich Marco mittlerweile positiv auf Leo Trotzki und Rosa Luxemburg bezieht). Wir erleben die tiefste Krise des Kapitalismus seit Jahrzehnten, erwarten Angriffe der neuen schwarz-gelben Bundesregierung und brauchen eine dringende Debatte, was die Antworten unseres Jugendverbands sind.
Wir kämpfen als Mitglieder von Linksjugend['solid] und der SAV wie viele andere Mitglieder des Jugendverbands für die Abschaffung des Kapitalismus. Als SAV-Mitglieder sind wir der Meinung, dass der Kapitalismus durch eine sozialistische Demokratie ersetzt werden muss, die nichts mit den stalinistischen Diktaturen im Ostblock gemein hat. Dabei sind wir der Überzeugung, dass die Abschaffung des Kapitalismus nur durch eine revolutionäre Umwälzung der Verhältnisse und die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln möglich ist.
Wir sind der Auffassung, dass der derzeitige Kurs der Führung der Partei DIE LINKE nicht in die richtige Richtung weist. Statt die Konfrontation mit dem Kapital zuzuspitzen, reagiert die Parteispitze der LINKEn mit einer Annäherung an die SPD und setzt auf weitere Regierungsbeteiligungen mit der Partei, die wie keine andere für die Agenda 2010 und Hartz IV steht. Das halten wir für einen Fehler.
Anstatt sich jedoch politisch mit Differenzen auseinanderzusetzen und über Forderungen des Jugendverbands zu diskutieren, hat sich der BSPR entschieden mit Dreck um sich zu werfen, in der Hoffnung, dass bei Linksjugend['solid]-Mitgliedern schon irgendwas hängen bleibt. Wir kennen diese Methoden bereits von Bundeskonferenzen (bei denen allen Ernstes Gerüchte gestreut wurden, dass schwarz gekleidete Männer aus London Abstimmungsverhalten dirigiert hätten- glaubt ihr den Schwachsinn eigentlich selbst, den ihr verbreitet?).
Immerhin gibt der BSPR in seinem Brief zumindest zu: „Diese Fragen beruhen auf Hörensagen oder Randbemerkungen von FunktionärInnen der SAV und sind nicht so richtig belegbar.“ Dieselben FunktionärInnen, die angeblich alles heimlich steuern, plappern also ihre Geheimnisse aus? Für wie blöd haltet ihr die LeserInnen eures Briefes eigentlich?
Ihr hättet auch einfach mal nachfragen oder ein Treffen von uns besuchen können. Es geht euch aber nicht darum, etwas über die SAV zu erfahren. Es geht euch eher darum, mit wilden Gerüchten die SAV als Sekte darzustellen, um unsere Positionen zu diffamieren. Das sind stalinistische Methoden, die wir von Bürokraten und Karrieristen kennen, die aber nicht in einen Jugendverband gehören. Die Vorwürfe des BSPRs sind vorgeschoben und lächerlich.
Jeder weiß, dass man Geld braucht, um politische Arbeit zu finanzieren. Jeder der mit uns zusammen arbeitet, weiß, dass die SAV ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert ist, um politisch unabhängig zu bleiben. Die Finanzen der SAV unterliegen einer demokratisch gewählten Revision und können durch jedes Mitglied jederzeit kontrolliert und eingesehen werden.
Die Höhe der Mitgliedsbeiträge wird durch das Mitglied selbst festgelegt (und nicht durch den „Gruppenverantwortlichen“). Mitglieder der SAV unterstützen mit ihrem Mitgliedsbeitrag nicht nur die SAV, sondern auch politische Arbeit beispielsweise in Nigeria, und Sri Lanka und anderen Ländern, in denen es viel schwieriger ist, Spendensammlungen durchzuführen.
Auch andere Strömungen innerhalb der Partei DIE LINKE und Linksjugend['solid] finanzieren ihre politische Arbeit durch Spenden und zusätzliche Beiträge ihrer Mitglieder.
Mandatsträger der SAV und Hauptamtliche dürfen höchstens ein durchschnittliches ArbeitnehmerInnen-Einkommen beziehen.
Wir sind davon überzeugt, dass dies wichtige demokratische Prinzipien zum Aufbau von Arbeiterparteien sind und schlagen dies auch in der LINKEN vor. Statt sich zu verpflichten, alle Einnahmen über einen durchschnittlichen Arbeitnehmerlohn an die Partei und politische Bewegungen abzuführen, verdienen Bundestagsabgeordnete der LINKEN dagegen ein Vielfaches davon, was normale Lohnabhängige verdienen. Damit entfernen sie sich materiell von denjenigen, die sie vertreten wollen. Das ist ein großes Problem.
Die SAV ist sehr transparent. Jede Gliederung ist jederzeit wähl- und abwählbar und rechenschaftspflichtig. Unterschiedliche Meinungen werden in der SAV in der Diskussion und nicht per Dekret ausgetragen. Deshalb gibt es ausführliche Minderheiten- und Fraktionsrechte. Ihr könnt
sie gerne in der Satzung nachlesen: www.sozialismus.info.
In der Partei DIE LINKE bestimmen oftmals die Vorstände die Politik. Die Macht des Apparats ist ein großes Problem. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass Rechenschaftspflicht und Abwählbarkeit zentrale Prinzipien zum Aufbau der LINKEn sind. Ihr werft uns vor, dass wir eine Arbeiterpartei aufbauen wollen. Wir meinen damit eine Massenpartei, die in der Klassengesellschaft Kapitalismus konsequent die Interesse von Lohnabhängigen, Erwerbslosen und Jugendlichen vertritt. Ihr werft uns das vor.
Aber was wollt ihr denn? Eine LINKE, die so bleibt, wie sie ist? Eine LINKE, die sich weiter der SPD annähert und die Fehler der Grünen wiederholt? Seit 1994 tritt die SAV für den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei mit sozialistischem Programm ein. Diese Position haben wir beispielsweise in der WASG und jetzt in der LINKEN vertreten. In Linksjugend ['solid] und der LINKEN arbeiten wir solidarisch mit, um den Ansatz für eine Arbeiterpartei zu erhalten, konkreten Widerstand voranzubringen und zu verhindern, dass linke Positionen für eine Beteiligung an Regierungen geopfert werden.
Statt mit uns inhaltliche Debatten zu führen, sprecht ihr uns lieber die Meinung ab, in dem ihr uns als gutwillig aber fremdgesteuert darstellt. Die Sprüche des BSPR übers "Emanzipatorische" usw. erweisen sich als Farce. Wie ihr schon sagt: "selbstbestimmt und fortschrittlich sieht anders aus".
In der SAV haben wir jedenfalls nicht diese Probleme: dort werden GenossInnen, die bei Abstimmungen in der Minderheit bleiben, respektiert. Sie können ihre Positionen in der SAV weiter vertreten, niemand unterstellt ihnen eine Fremdbestimmung. Obwohl die inhaltlichen Gemeinsamkeiten in der SAV genauer definiert sind, gibt es dort offensichtlich mehr demokratische Rechte und Respekt für Ideen als es dem BSPR im Jugendverband vorschwebt.
Wir lassen nicht zu, dass ihr auf diese Art und Weise den Verband kaputt macht. Eine erste Genossin aus Berlin, die nicht Mitglied der SAV ist, hat ihre Kandidatur zum LSPR mit Verweis auf eure Hetzkampagne zurückgezogen. Macht euch lieber um so etwas Gedanken, statt uns „helfen“ zu wollen.
Wir möchten einen aktiven Beitrag leisten, den Jugendverband solidarisch aufzubauen. Wir sind in vielen Basisgruppen sehr aktiv, gewinnen Mitglieder für Linksjugend['solid] und möchten dies auch weiterhin tun. Wir brauchen angesichts der kapitalistischen Krise, der steigenden Jugendarbeitslosigkeit und der zunehmenden Bedrohung durch Nazis einen starken sozialistischen Jugendverband und sehen die Möglichkeit, viele tausende Mitglieder für sozialistische Ideen zu gewinnen.
Wir fordern euch auf, euren bürokratischen Kleinkrieg einzustellen und euch den anstehenden Aufgaben zu widmen.
Wir laden hiermit Marco Heinig vom BSPR zu einer öffentlichen Diskussion über die Frage, wie wir den Kapitalismus überwinden, welche Rolle die Arbeiterbewegung spielt und DIE LINKE spielen kann und seine Kritik an unserem Programm ein.
Mit sozialistischen Grüßen,
Malena Alderete, Landessprecherin Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg
Ongoo Buyanjargal, Linksjugend ['solid] Berlin Neukölln-Nord
Michael Koschitzki, Linksjugend ['solid] Berlin-Xberg
Thorben Mager, Linksjugend ['solid] Stuttgart
Paula Rauch, Linksjugend ['solid] Berlin Roter Wedding
Sönke Schröder, Linksjugend ['solid] Essen
David Schultz alias Holger Burner, Linksjugend ['solid] Hamburg und Mitglied des
Landesvorstands DIE LINKE Hamburg
Chris Walter, Linksjugend ['solid] Aachen
Thies Wilkening, Länderratsdelegierter Linksjugend ['solid] Hamburg
Am 5. September demonstrierten ca. 50.000 GewerkschafterInnen in Frankfurt am Main für eine gerechtere Gesellschaft. Linksjugend [‘solid] war mit dabei. Die Fotos unten sprechen für sich.
Los ging es morgens mit der Kundgebung der IG Metall Jugend, im Rahmen ihrer Kampagne OPERATION ÜBERNAHME, auf dem Platz vor der Alten Oper, 8000 Jugendliche forderten lautstark: "Der Kapitalismus hat sich übernommen – jetzt übernehmen wir!" Wir waren mit dem Lautsprecherwagen unserer Frankfurter Gruppe, den GenossInnen aus RLP und in Zusammenarbeit mit linke.sds Frankfurt dabei, verteilten Flyer und diskutierten mit den KollegInnen. Unser Flyer, der die gesellschaftlich Problematik von hoher Arbeitslosigkeit und fehlenden Ausbildungsplätzen mit dem auf Konkurrenz und Ausgrenzung basierenden Wirtschaftssystem in Verbindung setzte sowie für eine starke linke Fraktion im Parlament und starke, unabhängige Gewerkschaften aufrief, so wie unsere bloße Anwesenheit wurden sehr positiv aufgenommen. Be part of the Solution! - www.weltretten.mobi kommt auch bei Gewerkschaftsjugendlichen gut an.
Ein Teil unserer GenossInnen traf sich während der Kundgebung, mit den KollegInnen der IG Metall Berlin zu einer von ihnen vorbereiten Brückensperraktion. Gemeinsam wurde dann mittels eines Großtransparentes, mit der Aufschrift „Her mit dem guten Leben – Reichensteuer jetzt!“ die Untermainbrücke für 20 Minuten blockiert und die Umverteilung des Gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten gefordert. Im spontanen Demozug, dem sich noch einige Jugendliche anschlossen, ging es mit 150 Menschen durch die Frankfurter Innenstadt wieder zurück zur Kundgebung auf dem Platz vor der Alten Oper. Das macht Lust und wir brauchen mehr davon!
Direkt im Anschluss an die Jugendkundgebung war Ortswechsel, einmal quer durch die Stadt angesagt. Um zu Beginn der IG Metall Stadionkundgebung in der Frankfurter Commerzbank-Arena, mit Lautsprecherwagen, AktivistInnen und Material vor Ort zu sein und die einströmenden 50.000 GewerkschafterInnen mit guter Musik und Informationen über linke Politik zu empfangen. Auch später in der Arena waren linke Positionen gut vertreten. Was zeigt das es in den Gewerkschaften immer noch einen starken linken Flügel gibt. In Kürze wird es über den Tag in Frankfurt noch einen kurzen Clip mit vielen Statements geben.
Riesen Erfolg: Über 250.000 Leute am Mittwoch auf den Bildungsstreik-Demos in der gesamten Republik
n über 70 Städten haben am Mittwoch über 250.000 SchülerInnen und Studierende gegen die Bildungskrise demonstriert. Die größten Demonstrationen gab es in Berlin mit 30.000 Menschen, in Stuttgart mit 15.000, in Hamburg mit 13.000, in Braunschweig und Göttingen mit jeweils 10.000 Menschen. Nach Angaben des DGB sind allein in NRW mehr als 50.000 Menschen dem Aufruf zum Bildungsstreik gefolgt. Organisiert wurde der Streik von 230 Schüler- und Studierendenorganisationen, Gewerkschaften und sozialen Gruppen.
Am heutigen Donnerstag hat der Bundestag auf Initiative der Fraktion DIE LINKE öffentlich über den Bildungsstreik debattiert. Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Nele Hirsch kritisierte inzwischen die Bundesbildungsministerin, Schavan welche die Forderungen des Streiks als "gestrig" bezeichnet hatte. Es ginge jetzt darum, die herrschende Politik weiter unter Druck zu setzen und für eine grundlegende Bildungsreform zu kämpfen. Die CDU-Ministerin hielt es indes offenbar nicht für nötig an der aktuellen Stunde teilzunehmen. Dem Bildungsstreik angeschlossen haben sich unterdessen auch die rund 5000 streikenden Beschäftigten bei den kommunalen Kitas und Sozialdiensten. Der dortige Streik zielt auf Verbesserungen im Gesundheitstarifvertrag und bessere Löhne. Die Tarifverhandlungen wurden am Mittwoch abend fortgesetzt.
10.09. - 12.09. LMV Niedersachsen
11.09. - 01.12. HEIßER HERBST
11.09. Demonstration "Freiheit statt Angst"
11.09. Bundesausschuss DIE LINKE
17.09. - 19.09. Grüner Kapitalismus - Energie, Klimawandel und Protest